Adventskalender

Jede Zahl bedeutet einen Tag und das Kapitel aus dem Lukas-Evangelium.

Diese Gedanken zum Lukas-Evangelium sollen keine ausführliche Auslegung sein.
Es ist eine knappe Zusammenfassung, die einfach motivieren soll,
diese 24 Kapitel selber mit Gewinn zu lesen!

Lukas schreibt an Theophilius. Alles der Reihe nach, sagt er. Das meint aber nicht, dass er alles der“zeitlichen Reihen nach“ aufgeschrieben hat. Es ist mehr eine thematische Abfolge.  Lukas ist Arzt und Historiker und nimmt es sehr genau. Als erstes erscheinen Zacharias und seine Frau Elisabeth auf der Bildfläche. Sie sind bis ins hohe Alter Kinderlos geblieben. Doch wie mit Sarah, Rebekka, Hanna, die auch lange Zeit Kinderlos geblieben waren, hat Gott grosses vor. Daran zweifelt  Zacharias, als ihn der Engel aufklärt und der in bis zur Geburt seines Sohnes Johannes stumm werden lässt. Der Engel hatte noch einen zweiten Job bei Maria, die noch gar nicht verheiratet war. Auch bei ihr kündigt er die Geburt ihres Sohnes an, den sie Jesus nennen soll – den Sohn des Höchsten, den Sohn Gottes. Sie machte sich kurz darauf zackig auf den Weg, um mit Elisabeth, ihrer Verwandten darüber auszutauschen. Auch Johannes, noch im Mutterleib der Elisabeth drückte sein Freude über diesen Besuch in Sprüngen aus, soweit es der Platz zuliess. Dann lobpreisen beide Frauen ihren Gott und bei der Geburt seines Sohnen später auch Zacharias, der dafür wieder seine Stimme zurück bekam.


Kaiser Augustus wollte unbedingt die Anzahl der Einwohner wissen, weshalb er eine Volkszählung durchführen liess. Durch diese Umstände kam es, dass Maria und ihr Verlobter Josef nach Bethlehem reisen mussten.  Dort erfüllte sich die Prophezeiung gemäss Micha, der Geburtsort, wo unser Heiland und Erlöser schliesslich geboren wurde. Es waren viele Engel dabei, die Gott lobten für das Unfassbare: Gott wurde Mensch! ♦ Finde raus, was die 2 Tauben für eine Rolle spielten und ein Schwert mit Maria zu tun hat!
♦ Was war mit der der 84-jährigen Tochter von Phanuel? Konnte das Kind, das Jahre später spurlos verschwunden war, wieder gefunden werden? Dies und viel mehr erfahrt ihr im 2. Kapitel unseres Reporters Dr. Lukas.

3 mal kommt in diesem Kapitel exakt die gleiche Frage auf – eine Frage, die auch wir immer wieder an Gott richten sollen. Sie lautet: Was sollen wir tun?
Dann hören wir das erste Zeugnis vom Vater an seinen Sohn (V 22) Dran bleiben!

Unser Herr widersteht 3 Versuchungen durch den Teufel, die 1. den Leib, 2. die Seele, 3. den Geist betrafen. In allen Versuchungen widerstand Jesus mit einem Bibelwort. ♦ In der Synagoge las er eine Stelle aus Jesaja, die direkt ihn betraf. Er erwähnt Elia und Elisa mit dem Erfolg, dass sie ihn vom Berg herabstürzen wollten. ♦ Nach einer Dämonengeschichte heilte er die Mutter der Ehefrau von Petrus und weitere verschiedene Kranke und Okkult-Belastete. Schliesslich suchte er (erfolglos) Ruhe an einem öden Ort. Also ziemlich viel los in jenen Tagen und wir dürfen ein paar Minuten Zeit für’s Lesen Investieren.

Der Zimmermann erklärt den Profi-Fischern, wo man die meisten Fische fängt. Völlig geflasht verlassen darauf die Männer am Tag „ihres“ größten Erfolgs alles und folgen Jesus nach. ♦ Der Herr will, dass ein Aussätziger geheilt wird und so geschieht es, genau so wie später mit einem Gelähmten, der Freunde hat, die für ihn ein Hausdach demolieren. Viele finden es cool, aber nicht den Moment, wo Jesus, der Sohn Gottes auch noch die Sünden vergibt. ♦ Dann ist da noch ein verhasster Zöllner, der auch alles verliess und in der Folge den Job bekam, das ganze Matthäus-Evangelium aufzuschreiben. ♦ Wir erfahren auch noch, wie man verhindern konnte, dass der Wein verschüttet wurde. Ein wirklich alles in allem sehr lehrreiches Kapitel!

Hast du schon mal vor einer wichtigen Entscheidung eine Nacht im Gebet verbracht? – ich leider auch nicht. Der Herr aber tat dies, bevor er die Jünger auswählte. Du findest die ganze Schar mit Namen. ♦ Im folgenden Abschnitt sind wir übrigens nicht in der Bergpredigt (ebener Platz und weitere Unterschiede). Doch das tolle ist, jeder darf hier seine eigene persönliche Herausforderung erkennen, wie z.B.: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater (Gott) barmherzig ist“! Den Nachfolgesatz kann man gleich auch noch mit unterstreichen. Splitter und Balken sind unangenehm und erfordern Handeln, besonders, wenn sie im eigenen Auge vorkommen! 🫣 Das ist gut nachzuvollziehen, wie auch, dass die schlechten Früchte vom schlechten Baum kommen und umgekehrt in der positiven Variante. ♦ Wer immer „Herr, Herr“ sagt, ohne dem Herrn zu gehorchen, vergleicht der Herr mit jemandem, der sein Haus auf Sand gebaut hat. Glauben heisst gehorchen!

Der römische Hauptmann hatte grossen Glauben, so dass sich Jesus verwunderte. Doch einem berühmten Gefängnisinsassen mussten auch noch die letzten Zweifel ausgeräumt werden. Der Herr tut dies, indem er ihm das Wort Gottes aus dem AT in Erinnerung ruft. Seinen Jüngern verrät er anschließend, wer der grösste Prophet ist. ♦ Dann kommt die Einladung zu einem Mal von Simon, einem Pharisäer. Doch das Zusammensein verläuft anders, als es sich dieser vermutlich gedacht hatte. Denn es erscheint eine Frau mit dem wohl teuersten Salböl, das es damals zu kaufen gab und ehrt den Herrn auf eine erstaunliche und liebevolle Weise. Darauf spricht der Herr zu Simon -aber auch zu dir und mir: Ich habe dir was zu sagen! Auch die Frau spricht der Sohn Gottes mit den schönsten Worten an, die ein Mensch von seinem Erlöser hören darf, wenn er sich zu Ihm hinwendet: Deine Sünden sind dir vergeben, dein Glaube hat dich errettet, gehe hin in Frieden.

Gleich 5 Dämonen! Natürlich für Jesus kein Problem, er befreit Maria von Magdala von diesen bösen Geistern. Sie diente ihm (und den Jüngern), gleich wie es auch die geheilte Susi, Johanna und noch noch weitere Frauen tun, ohne die Kosten zu scheuen. Dienende Männer werden hier nicht erwähnt 🙈. ♦ Dann im Gleichnis vom Samen –  eine gute Gelegenheit zu checken, wohin der eigentlich bei uns gefallen ist. ♦ Eine Gebrauchsanleitung für die Lampe erhalten wir auch noch. ♦ Wir erfahren, dass Jesus kein Einzelkind war und dass das Familienverhältnis in der Familie der Kinder Gottes sowieso anders ist. ♦ Wahrscheinlich aufgrund des ungeheuren Arbeitspensum konnte Jesus problemlos auf einem Schiff schlafen, während dieses voll Wasser läuft. Ausser, dass sie in Gefahr waren, kapierten die Jünger nicht viel. Zu Glück kam ihnen die Idee, ihrem Meister zu sagen dass sie im Begriff waren umzukommen. Dann lernten sie vom Wind und Wasser, was Gehorsam heisst und wie weit es mit ihrem persönlichem Glauben stand. Sie verkannten offensichtlich, WER der ist, der mit ihnen im gleichen Boot war. ♦ Kaum aus dem Schiff ausgestiegen – schon wieder diese fiesen Dämonen und diesmal in noch grösserer Anzahl! Arme Schweine mussten deswegen dran glauben. Den Gadener gefiel dies gar nicht und sie wollten Jesus aus ihrer Gegend weghaben. Zurück blieb ein befreiter Mann, der nun die Aufgabe hatte -wie wir- zu erzählen, wieviel Gott an ihm getan hatte. ♦ Jairus hatte eine sterbende Tochter, dem eine Blutflüssige Frau dazwischen kam, als Jesus das Mädchen besuchen wollte. Wieder geht es um den Glauben, der errettet, wie es alle Beteiligten dann auch erleben. Das müsst ihr selber genauer lesen – ein längerer Text, aber es lohnt sich!

Nun beginnt ein neuer Teil des Lukas-Evangeliums – der Herr ist auf dem Weg zum Kreuz: Seinem Ausgang bespricht er mit Moses und Eliah. Auch mit seinen Jüngern redet er das erste Mal über seine bevorstehenden Leiden und dass auch sie «das Kreuz auf sich nehmen sollen». ♦ Zuvor ist in diesem Kapitel wieder die Rede von Dämonen. Interessanterweise kommen diese im Lukasevangelium am meisten vor. Dämonen sind Engel, die mit Satan von Gott abgefallen sind. ♦ Schön, wie die Jünger strukturiert in der Abhängigkeit ihres Herrn (keine irdischen Hilfsmittel) ein Dorf nach dem andern durchziehen und am Schluss dem Herrn alle ihre Erlebnisse erzählen. ♦ Mit dem Wenigen, das sie ihm geben (5 Brote und 2 Fische), kann der Herr viel tun. ♦ «Wer sagt ihr, dass ich sei» – eine wichtige Frage auch für uns heute. Jesus ist der «Christus Gottes», wie Petrus richtig bezeugte. Ansonsten war er eher ein Mann der Taten, der manchmal nicht wusste, was er sagte und gleich Hütten bauen wollte. ♦ Der himmlische Vater sagte, wer Jesus für ihn ist: «Mein geliebter Sohn», auf den wir hören sollen. ♦ Danach wieder eine Geschichte, wo ein Mensch von einem Dämon geplagt wird und den nur der Herr austreiben kann. ♦ Der Herr spricht von seinem baldigen Leiden, aber die Jünger begreifen das nicht und reden ganz schön wirres Zeug in diesem Kapitel, z.B. : «wer von ihnen der Grösste sei». Ihren Überlegungen stellt der Herr ein Kind gegenüber. ♦ Anbetungswürdig lesen wir, wie unser Herr FEST ENTSCHLOSSEN den Weg zum Kreuz geht, während viele keine Ahnung zu haben scheinen, was Nachfolge wirklich bedeutet. Haben wir sie?

Wie damals sind es auch heute (zu) wenig Arbeiter für die Ernte. Jesus ist der Herr der Ernte, der sendet und wir dürfen und sollen ihn bitten, dass er mehr Arbeiter sendet – oder noch besser, dass wir ihm zur Verfügung stehen, wie die Siebzig. Den Arbeitsvertrag findest du hier in Vers 4-12. Er schenkt uns sogar die Prokura (V. 16) und spricht vom grossen Lohn (V.20). ♦ Er sagt den Jünger ganz privat, was für eine grosse Ehre es für sie ist, dem Herrn der Herren persönlich begegnet zu sein. ♦ Wie man das ewige Leben bekommt, wollte ein Schlitzohr wissen. Um das zu erfahren gilt es wie damals: die Bibel lesen! Selbstrechtfertigung ist heute wie damals das Problem vieler. Aber schön, resultiert das Ganze in einer Räubergeschichte, die praktisch in keiner Kinderbibel fehlt: der barmherzige Samariter. Die Herausforderung für uns: Tue ebenso! (V. 37). ♦ Kapernaum wurde für Jesus zum 2. Wohnsitz, nachdem er von Nazareth weggezogen war. Dort wohnten auch Maria, Martha und Lazarus. Es sind immer wieder die „Marias“, die positiv auffallen. Hier, indem sie ein Beispiel von guter Prioritätensetzung ist. Plagen dich viele Sorgen? Dann umso mehr: Nimm dir Zeit für Gottes Wort und höre auf IHN!

Das „Vaterunser“ wird uns gleich als erstes in diesem Kapitel vorgestellt. Für die Jünger, die zu diesem Zeitpunkt den Heiligen Geist noch nicht hatten, war dies eine wertvolle Hilfe und auch wir können einiges daraus lernen. Wir sehen aber nirgends im NT, dass das „Vaterunser“ noch gebetet wird. ♦ Darf man einem Freund um Mitternacht anrufen? Oder wird der um diese Zeit das Telefon gar nicht mehr abnehmen, weil er dies eine Unverschämtheit findet? Interessant, was Jesus uns zu diesem Thema sagt! Wie auch immer dein Freund reagiert, bei Gott ist es Gewissheit: Der Bittende empfängt, der Suchende findet und wer anklopft, dem wird aufgetan. Heute steht der Herr Jesus auch an unserer Türe und klopft an (Offb 3,20). Unselig, wer da nicht auftut! ♦ Wieder treibt der Herr einen Dämon aus und dieses Wunder schrieb man dem Teufel zu! Es ist die Sünde wider den Heiligen Geist, die nicht vergeben wird und die heute zum Glück, weil der Herr nicht mehr auf Erden ist, auch nicht mehr begehen werden kann. ♦ Nachfolgend gibt es noch eine interessante Schulung über das Wesen der Dämonen. ♦ Für den Spruch „gesegnet sind die Brüste, die du gesogen hast“ finden wir heute sicher zeitgemässere Ausdrücke, um den Mütter -nicht nur am Muttertag- zu danken und ihnen Wertschätzung entgegenzubringen. Jedenfalls entgegnet der Herr diesem Ausruf mit etwas viel Wichtigerem: Das hören und bewahren des Wort Gottes. ♦ Nach dem Hinweis auf das Zeichen Jonas und der Königin des Südens (die von Saba zu Besuch bei Salomo), bekommen -wie auch die Jünger schon zuvor- nun die Volksmenge die Lektion mit der Lampe zu hören. Die Bedeutung ist jetzt etwas anders, als in Kapitel 8. Dort ging es um die Verantwortung, die die Gläubigen haben, hier wird Christus vorgestellt, das Licht der Welt. ♦ Danach wird der Herr wieder von einem Pharisäer zum Mittagessen eingeladen, dem es missfällt, dass er sich davor nicht ritualmässig wäscht. Er nennt sie nun „Toren“, weil sie den Unterschied zwischen äusserer und innerer Reinheit und vieles andere mehr nicht begriffen haben. Bis zum letzten Vers in diesem Kapitel geht er mit ihnen hart ins Gericht.

Obwohl sich Tausende auf den Füssen rumtrampeln, müssen die zuerst mal warten. Denn zuerst spricht der Herr zu seinen Jüngern und nennt sie „meine Freunde“. Viel Wichtiges hat der Herr zu sagen (es liegt jedenfalls nicht an uns, etwas als unwichtig zu deklarieren): Was hinter der hohlen Hand gesagt wird, kann schon Morgen in den Zeitungen stehen. Für Menschenfurcht gibt es keinen Anlass, fürchten sollen wir nur den, der unsere Haare gezählt hat. IHN sollen wir auch vor den Menschen bekennen.
♦ Jetzt erhebt sich noch einer aus der Volksmenge, dem es anscheinend zu langweilig wurde. Der Herr leitet souverän von seinem Gebabbel zu einem ernsten Problem über, wovon auch wir nicht gefeilt sind: der Habsucht! Die Frage, „was soll ich tun?“ ist ja gar nicht so schlecht, dumm nur, wenn man diese bei sich selber beantwortet. Das musste auch der Reiche bitterlich erfahren. Das mit „den Sorgen“ hatten wir ja schon bei Martha, die Sinnlosigkeit derer führt uns Jesus mit dem Bild der Raben, Lilien und dem Gras anschaulich vor Augen. „Sage Gott, wie groß deine Sorgen sind. Sage dann deinen Sorgen, wie groß Gott ist.“ Wir sollen also uns nicht an der Welt ein Beispiel nehmen, die (natürlich!) in Unruhe dahinlebt. ♦ Auch gut zu wissen: alles im Himmel ist Diebstahlsicher! Zudem sollen wir allezeit unseren Herrn erwarten. ♦ Petrus checkt es nicht ganz. Der Herr bleibt beim Thema und erklärt „Details“ noch genauer. ♦ Jetzt kommt doch noch die Volksmenge an die Reihe, im Besonderen die Meteorologen. Sie können damals, wie heute die Welt nicht beurteilen. Wenn man sich Mühe gibt, kann man vielleicht den weltlichen Richtern entgehen, aber vor Christus wird jeder Mensch einmal stehen müssen!

Jetzt kommen wir zu den Schlagzeilen von damals: „Pilatus vermischt Blut von Opfertieren mit dem Blut von Galiläern!“ und „18 Tote bei Einsturz vom Turm in Siloam“. „Kann euch auch passieren“, sagt Jesus „wenn ihr nicht Busse tut. ♦ Dann geht es um die letzte Chance für den Feigenbaum (Israel, oder auch persönlich). ♦ Wie bei Hiob, oder auch Paulus lässt Gott es manchmal zu, dass Satan körperliche Gebrechen verursacht, wie bei dieser gläubigen Frau, die 18 Jahre sich wegen ihres Rücken sich kaum aufrichten konnte. Die Heilung durch Jesus löste bei dieser Frau Anbetung und Beschämung bei den Kritikern unseres Herrn aus. ♦ Das Reich Gottes vergleicht Jesus mit einem Senfkorn und einem Sauerteig (Sauerteig ist in der Bibel immer ein Symbol des Bösen). ♦ Der Herr reist weiter Richtung Jerusalem und antwortet auf eine Frage zur Errettung sehr ernst mit dem Bild der Türe. Die enge Türe ist der einzige Zugang zum Himmel. Doch diese Türe wird bald verschlossen sein und den zu spät Anklopfenden muss der Herr sagen: „Weichet ihr Übeltäter“. Jerusalem, Jerusalem! Diese böse Stadt wird auch den Herrn umbringen, an dieser Bestimmung konnte auch ein Herodes voreilig nichts ändern. Für das Morden von Propheten und derjenigen, die Gott gesandt hat, hatte diese Stadt gewissermassen das Monopol.

Obwohl der Herr weiß, dass die Pharisäer mit ihm nichts Gutes im Schilde führten, kehrt bei einem ihrer Obersten ein. Der „Herr des Sabbats“ (Math. 12,8) hat den Sabbat für den Menschen geschaffen und nicht umgekehrt. Vielleicht war ja auch der an Ödemen leidende Mensch von ihnen als Falle organisiert worden. Jesus heilt ihn trotzdem! Auf seine Fragen schwiegen sie – ja sie konnten ihm nicht antworten (ähnliche Situation, wie in Luk. 6,9). Und wie einst Hiob vor Gott und jeder Ungläubige einmal im letzten Gericht. ♦ Nicht nur bei der Platzwahl gilt: wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden und visa versa. Der Ausdruck „sich selbst“ kommt übrigens im Luk.-Evang. am meisten vor (21mal). ♦ Für deine nächste Gästeliste hat Jesus noch „Vorschläge“. ♦ Das nächste Gleichnis ist ein Bild für das Evangelium. Gott, hier unter dem Synonym „ein gewisser Mensch“ lädt alle ein. Aber die Erstgeladenen (Israel) lassen sich alle entschuldigen. Doch Gott, der will, dass niemand verloren geht, möchte ein volles Haus. Dazu hat er auch uns „als sein Personal eingestellt“, um an diesem Ziel mitzuarbeiten. ♦ Der „grossen Volksmenge“ erklärt Jesus dann noch die richtige Wertschätzung – wem die erste Ehre gebührt. Er setzt die Prioritäten in die richtige Reihenfolge. ♦ Mit dem Gleichnis des „Turmbau“ sollen wir darüber nachdenken, dass wahre Nachfolge etwas kostet, auch heute. „Open Doors“ informiert uns z.B. „Wo der Glaube am meisten kostet„.

Wieder wird gemurrt, weil Jesus mit den Zöllner und Sündern isst. ♦ Die Geschichte am Anfang dieses Kapitels ist ein guter Beleg, dass ein wiedergeborener Christ nicht verloren gehen kann. Warum? Nun, falls ein Schaf verloren geht, wem würde man die Schuld dafür anhaften? Dem Schaf? 🤭 – nein 100% dem Hirten! Er ist verantwortlich für alle Schafe, für die ganze Herde. Wenn nun wirklich ein Schaf fehlen würde, wäre es kein guter Hirte. Jesus Christus ist aber DER gute Hirte, er ist der perfekte Hirte und lässt nicht zu, dass eines seiner Schafe aus seiner Hand geraubt wird. Er wird die Schar vollzählig vor seinen Vater bringen! ♦ Engel sind übrigens keine gefühlslose Wesen. Schon bei der Geburt Jesus jubelten sie und hier offenbart uns der Sohn Gottes, dass die Engel sich freuen, über jeden Sünder der zu Gott umkehrt. ♦ Auch im nächsten Gleichnis findet der Sohn, der „tot war“ (Kol 2,13; 1Petr. 2,25) über Umwege (wie den Schweinetrog) wieder zurück zu seinem Vater. Dieser ist (im Bilde: Gott, der Vater) innerlich sehr bewegt und hat die ganze Zeit auf ihn gewartet. Im älteren Sohn kann man ein Bild der Pharisäer und Schriftgelehrten sehen, die sich über die Gnade ärgerten, die Gott den Sündern zukommen lässt (WMD).

In diesem Kapitel lesen wir zuerst das Gleichnis vom klugen Verwalter. Der Herr nennt ihn „den ungerechten Verwalter“. Für das „Ungerechte“ lobt er ihn auch nicht, sondern, weil er „klug“ war. Die Klugheit zeigte sich darin, dass er Vorkehrungen für seine Zukunft traf. Daraus können auch wir lernen: Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (Psalm 90,12) <denke daran> ♦ Dann kommt ein höchstinteressanter Tatsachenbericht: Vom reichen Mann und dem armen Lazarus. Im Gleichnis vorher werden keine Namen genannt, in der Geschichte mit Lazarus schon. Nebst Lazarus kommt auch noch Abraham in einem Dialog vor. Es ist wichtig zu erkennen, dass der Reiche nicht in den Hades kam, weil er reich war, genau so wenig wie Lazarus in den Himmel, weil er arm war. Es werden einst im Himmel, wie in der Hölle Menschen aller Gattungen sein. Ihr Bestimmungsort hängt für alle davon ab, wie sie sich auf der Erde zu Jesus Christus stellten. Der Reiche hatte nach seinem Tode auf einmal evangelistische Züge und wollte seine noch lebenden Brüder warnen. Er schlug vor, Lazarus zu senden, die dann durch das Sehen des Auferstandenen umkehren und glauben würden. Aber das funktioniert nicht. Es waren wenige Menschen, die damals zum Glauben kamen, als der Herr auferstanden ist. Wir müssen den Menschen sagen: lies die Bibel und glaube. Wer das nicht tut, würde auch heute nicht zum Glauben kommen, wenn ihm ein Auferstandener begegnen würde

„Es wird Ärger geben“ sagt der Herr, „aber wehe, wenn er durch dich kommt“! Dann wäre es besser, wenn du dein Halskettchen gegen einen Mühlstein tauschen würdest und mal kurz im Meer baden gehst. Mit dem „Ärger“ meinte er Verführungen verschiedener Arten und sicher sind mit „den Kleinen“ nicht nur die Kinder gemeint. ♦ Du sollst vergeben, wenn dir jemand Unrecht tut, selbst wenn es siebenmal am Tag geschieht. Zurechtweisen in Liebe darfst du dein Gegenüber aber auch. ♦ Die Jünger haben einen frommen Wunsch: Vermehre uns den Glauben. Der war ja kleiner, als ein Senfkorn. Phantastisch, was man alles mit ein bisschen mehr Glaube tun könnte! Im Grunde genommen geht es hier um mehr Qualität, als Quantität. ♦ Der Herr schuldet uns niemals Dank, für etwas, dass wir für ihn tun konnten. Wir aber Ihm – unendlich, für das, was Er für uns getan hat! ♦ 10 Aussätzige begegnen Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem. Er heilte alle, aber nur einer fand es nötig, ihm dafür zu danken. ♦ Die Pharisäern fragten nach dem Reich Gottes und erkannten nicht, dass das Reich Gottes dort ist, wo der Herr ist – in diesem Fall mitten unter ihnen. ♦ Dann redet Jesus wieder im Besonderen zu seinen Jüngern und wiederholt, dass er bald vieles leiden sollt. ♦ Die TAGE NOAHS gleichen unseren Tagen: Man lebt in den Tag hinein, als gäbe es keine Ewigkeit, als gäbe es keinen Gott, vor dem man sich verantworten muss. Aber wie damals es gibt es auch für die Menschen von heute ein zu spät (der eigene, leibliche Tod oder die Entrückung der Gläubigen, die heute stattfinden könnte). ♦ Die Anweisungen, die der Herr danach noch erwähnt , beziehen sich hauptsächlich auf das 1000järige Reich.

Das Lukasevangelium weist, verglichen mit den anderen Evangelien, am meisten Gleichnisse auf. In diesem Kapitel lesen wir wieder von zwei Gleichnissen:  1. von «der bittenden Witwe und dem ungerechten Richter» und 2. das «vom Pharisäer und dem Zöllner». Im ersten Gleichnis geht es um das Gebet, indem wir beharren und nicht aufgeben sollen, wie es diese Witwe tat». Leider soll es aber Christen geben, die noch nicht mal mit dem regelmässigen Beten angefangen haben… „Gebetslosigkeit oder Gebetsarmut sind Symptome einer tiefer liegenden Krankheit. Sie zeigen, dass unser ganzes Glaubensleben kränkelt. – Gebet vermag viel. Es ist nicht eine schmückende Beigabe des Glaubenslebens, sondern der Dreh- und Angelpunkt des geistlichen Lebens. Der Herr lehrte die Jünger nie, wie sie predigen sollen, aber er lehrte sie wiederholt, wie sie beten sollen.“ (Benedikt Peters)
♦ Im zweiten Gleichnis geht es auch um das Gebet, aber insbesondere um die innere Haltung dazu. Während der Pharisäer vor Selbstgerechtigkeit strotzte, wagte der Zöllner kaum die Augen zum Himmel zu erheben. ♦ Dann sehen wir, wie der Herr als wahrer Kinderfreund den Kleinen zugeneigt ist und warnt, den Kindern nicht den Zugang zu ihm zu verwehren. ♦ Nicht «wie ein Kind das Reich Gottes annehmen» wollte ein Oberster der Pharisäer. Er vertraute auf seinen Reichtum und seine Selbstgerechtigkeit («alles habe ich beachtet»). Die Reichen haben es anscheinend schwerer «in den Himmel zu kommen» Die armen Kamele!  Aber es gibt auch Beispiele, von solchen, die ihre Habe zum Guten einsetzten. Hatten wir doch im Kap 8,3  mit den Frauen. ♦ Zum dritten Mal sagt nun der Herr den Jüngern im Detail voraus, was ihn in Jerusalem erwarten würde. Und die Jünger? Kapierten nichts! Aber erfassen wir es heute, was es für unseren Herrn bedeutet haben muss, sein ganzes Leben lang seinen furchtbaren Tod vor Augen zu haben? Er tat es auch «für die vor ihm liegende Freude Hebr. 12,2 . ♦ Dann kommt noch die Begegnung mit dem Blinden, für den Jesus stehen blieb. Darby kommentiert es so: «Josua bat einst die Sonne, am Himmel still zu stehen, doch hier steht, auf Bitten eines Bettlers, der Herr der Sonne, des Mondes und des Himmels still»  Der Bettler wurde sehend, folgte ihm nach und lobte Gott. 

Heute begegnen wir Zachäus, einem kleinen Mann, der in keiner Kinderbibel fehlen darf! Der klettert nämlich auf einen Baum, um Jesus zu sehen. – Wie oft hast du schon Jesus verpasst, weil du es am Sonntag nicht mal geschafft hast, aus dem Bett zu klettern? Hier haben wir es ausnahmsweise mit einem Reichen zu tun, der Jesus mit Freuden in sein Haus aufnahm. Dies ist die einzige Begebenheit, wo Jesus «sich selber einlädt». Er «musste» dies tun, weil er stets im Auftrage seines himmlischen Vaters handelte. Zum vollen Segen für Lazarus! ♦ Es folgt das Gleichnis der anvertrauten Pfunde. Der Hochgeborene ist Jesus, der eine Zeit im Himmel sein wird, bis er wiederkommt. Und er wird jeden fragen «was hast du mit deinen Gaben und Fähigkeiten gemacht, die ich dir gegeben habe?» Der Dienst der Gläubigen wird vor dem Richterstuhl des Christus im Himmel beurteilt. Der, der nichts hatte, geht zwar nicht verloren, erhält aber traurigerweise auch keinen Lohn. ♦ Dann erfolgt der triumphale Einzug Jesus nach Jerusalem, den schon der Prophet Sacharia vorausgesagt hatte: «Siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfohlen» (Sach. 9,9). Die Volksmenge jubelte und legte ihre Kleider auf den Weg, wo er durchkommen sollte. Die Pharisäer wollten, dass Jesus seine Jünger zurechtweise, die da auch mitjubelten. Doch der Herr antwortet: wenn diese schweigen, werden die Steine schreien! ♦ Als er sich der Stadt näherte, weinte er über sie. Er wusste, dass die gleiche Volksmenge, die ihm jetzt zujubelte, schon bald schreien würde: «Kreuzige ihn!» In der Folge der Verwerfung ihres Königs, wird in dieser Stadt schon wenige Jahre später kein Stein mehr auf dem anderen gelassen werden. ♦ «Der Eifer um sein Haus hat ihn verzehrt» (Ps. 69,10) Dies sehen wir am Schluss dieses Kapitels, als er die Verkäufer aus dem Vorhof des Tempels vertrieb, weil sie sein und das  Haus seines Vaters zu einer Räuberhöhle gemacht hatten. Dies war bereits die zweite Tempelreinigung. (erste: Joh. 2,14-17)

Mit klug formulierten Fangfragen wollten die Schriftgelehrten Jesus denunzieren. «Mit welchem Recht er diese Dinge tue»? beantwortete der Herr mit einer Gegenfrage und brachte sie so zum Schweigen. ♦ Im Gleichnis von den Weingärtner erkannten sie, dass er dieses auf sie anwandte (kommt, lass uns ihn töten). ♦ Als sie darauf noch motzten, schob er mit dem «Eckstein», ein Zitat aus Psalm 118,22 noch einen obendrauf. Dies machte die Pharisäer nun noch mehr wütend. Denn Psalm 118 war auch für sie ein «messianischer Psalm». Wer der Eckstein ist, sagt uns auch Paulus in Eph. 2,20 und Petrus erwähnt diesen besonderen Stein 2mal in seinem ersten Brief. Die Pharisäer schauspielerten weiter, taten, als wenn sie gerecht wären und belauerten Jesus. In ihrer Heuchlerei kamen sie auf die glorreiche Frage wegen der Steuer. Ihre arglistigen Fragereien beendete der Herr mit einem Anschauungsuntericht über einen Denar, worauf sie endlich schwiegen. ♦ Pause für den göttlichen Lehrer? Nein, mit den Sadduzäern kam das nächste Konsortium daher, die ihm nun eine oberkluge Frage stellten. Hier können wir den „Sadduzies“ aber dankbar sein, denn in seiner Antwort gibt uns der Herr «einen höchst interessanten Blick» in die himmlische Zukunft (Verse 35 & 36) , die wir vielleicht sonst so nicht erfahren hätten. Die Argumentation unseres Herrn über die Auferstehung ist so genial, dass sie sich nicht mehr wagten, ihn noch irgendetwas zu fragen! Das ganze Volk hatte staunend mitgehört. Nun bekommen die Schriftgelehrten in den letzten Versen  noch «auf’s Dach»,  was sie sich auch verdient haben!

Nur der Herr sah, wieviel die arme Witwe eingelegt hatte. Er alleine sah auch ihr Herz und dass sie alles gegeben hatte. Mit diesen 2 Scherflein kam sie zwar nicht in das Guinnessbuch der Rekorde – aber viel schöner: sie kam dadurch in die Bibel! Der Herr hat auch alles gegeben und wurde arm für uns ♦ Jesus stand nun vor dem wohlgeschmückten Prachtstempel und seine Jünger, die von diesem grossartigem Bau nur so schwärmten, holte er mit einer Schocknachricht wieder auf den Boden zurück. Er sprach von dessen Zerstörung, die im Jahre 70 unter dem römischen Feldherrn Titus dann auch eintrat. Der Herr gab viele Warnungen:
Gebt Acht, dass ihr nicht verführt werdet!  Viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: „Ich bin es; und die Zeit ist nahe gekommen.“ Geht ihnen nicht nach.
Ihr werdet von Kriegen und Empörungen hören – erschreckt nicht!
dass es um den jüdischen Überrest geht, der hier angesprochen wird, sehen wir auch am Wort «Synagogen». Der Herr beantwortet die Frage der Jünger auf das «Wann» dies geschieht so:
Wenn ihr aber Jerusalem von Heerlagern umzingelt seht, …dann sollt ihr in die Berge fliehen. Aus den Geschichtsbüchern wissen wir, dass viele, die sich an die Worte Jesus erinnert haben sich genauso verhielten und damit ihr Leben retteten. Über diese Ölberg- und Endzeitrede gibt ein interessantes Bibelseminar mit Roger Liebi, weshalb hier nicht näher darauf eingegangen wird. ♦ Am nächsten Morgen kam das ganze Volk in den Tempel, um Jesus zu hören.

Das Passahfest nahte und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten waren davon besessen, Jesus umzubringen. Um einen Aufruhr unter dem Volk zu vermeiden, wollten sie dies aber nicht an diesem Fest tun. Zu ihrer grossen Freude bekamen sie ein Angebot von Judas Iskariot, der von Satan zum Verrat getrieben wurde. Er wird nun eine Gelegenheit suchen, ohne grossen Volksauflauf Jesus zu überliefern ♦ Jesus sandte nun seine Jünger, um das Passahmahl vorzubereiten, das er das letzte mal hier auf Erden feiern würde. Sein Leiden stand unmittelbar bevor. Trotzdem war er fest entschlossen, sich am Kreuz zu opfern. Die Frage von Petrus und Johannes war: «Wo willst DU?» Mit dieser Einstellung durften sie erleben, dass er alles schon vorbereitet hat. ♦ Nun war «die Stunde gekommen», von der der Herr sagte, dass er sich mit Sehnsucht gesehnt hat mit ihnen das Passah zu essen. Dann setzte er auch das Abendmahl ein, das erlöste Christen immer wieder feiern sollen, bis er kommt – zu seinem Gedächtnis. Jesus sagte zu Petrus, dass er für ihn gebetet habe. Der fand das aber nicht so nötig und brüstete sich, dass er mit dem Herrn ins Gefängnis, ja sogar in den Tod gehen würde. Jesus musste ihm sagen, dass der Hahn nicht krähen würde, ehe Petrus ihn dreimal verleugnen würde. Nachdem er noch stolz sagte, dass sie 2 Schwerter hätten, sagte Jesus nur «Jetzt reichts!» ♦ Wie gewohnt gingen sie an den Ölberg, wo Jesus sich «einen Steinwurf» zurückzog, um mit seinem Vater zu beten. Das sollten auch die Jünger tun, doch kaum hatte sich Jesus entfernt, schliefen  sie ein. Sein bevorstehendes Erlösungswerk tat er in vollständiger Übereinstimmung mit seinem himmlischen Vater. «Wenn du willst, so nimm diesen Kelch von mir weg, aber nicht mein Wille, sondern der deinige geschehe.» Der seelische Druck war so gross, dass sein Schweiss wie grosse Blutstropfen wurden und der Vater ihm einen Engel sandte, um ihn zu stärken. Er war im Begriff für deine und meine Sünden die Strafe zu erleiden, die uns hätte treffen sollen. In diese Tiefen vermögen wir nicht zu blicken, wir können ihm nur ewig danken und Anbetung dafür bringen. ♦ Inzwischen kam Judas, der Ort natürlich auch kannte mit einer Volksmenge samt Hoherpriester und Tempeldiener dort an. Mit einem schändlichen Kuss verriet Judas seinen Herrn. Nach dem Schwerteinsatz eines gewissen Petrus und schon lag ein Ohr auf dem Boden. Jesus hinderte ihn, weiter dreinzuschlagen und heilte das Ohr von Malchus. Trotz dieses Zeichen göttlicher Macht nahmen sie ihn fest und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Dreimal verleugnete Petrus seinen Herrn, bis kurz darauf der Hahn krähte. Wir sollten nicht auf Petrusherabschauen, denn wie oft haben wir unseren Herrn schon verleugnet in vielen Situationen und Variationen. Haben wir auch schon darüber «bitterlich geweint»? ♦ «Bist du der Sohn Gottes»? Ihre Frage war rein rhetorisch, denn sie hatten ihn schon längst in ihren Herzen verurteilt.

Nun führt die religiöse Führungsschicht voller Hass eine einzige Verleumdung gegen Jesus Christus durch. Drei Jahre lang hatte er dem Volk nur Gutes getan und nun wurde er als Unruhestifter angeklagt. Mit Vorwürfen politischer Art wollte man seine Verurteilung erreichen. Der Prozessverlauf zeigt, wie selbstgerecht und boshaft das menschliche Herz ist. Pilatus stellte fest, dass Jesus unschuldig ist. Doch die Volksmenge, die noch vor ein paar Tagen rief «Gepriesen sei der da kommt» forderte nun mit grossem Geschrei: «Kreuzige, kreuzige ihn». Unter diesem Druck der Volksmenge und ließ Pilatus einen Gerechten zur Kreuzigung abführen. Doch mit diesem ungerechten Urteil verwirklichte Gott die größte Rettungsaktion der Weltgeschichte. Gott hatte seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, damit er als Sündloser sein Leben für die Sünder geben sollte. Nur auf diesem Weg war es möglich, Menschen Sünden zu vergeben. Weil Gott uns so sehr liebt, ließ er seinen Sohn an unserer Stelle in den Tod gehen, damit unsere Schuld vergeben werden kann und wir leben können. ♦ Simon von Kyrene wurde gezwungen, den schweren Querbalken des Kreuzes nach Golgatha zu tragen. Den Frauen, die ihn auf dem Weg beklagten rief er zu: «Weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder». ♦ Ohne reisserische Details schreibt nun Lukas: Dort kreuzigten sie ihn. Wir hören das erste von den letzten sieben Worte Jesus am Kreuz: «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!» Der gerechte und sündlose Jesus Christus hing neben zwei Mördern an einem Kreuz. Religiöse Führer verspotteten und verachteten ihn und die Henker machten sich über ihn lustig. Doch mitten in den Qualen betete Jesus für seine Peiniger. Die Liebe Jesus zu uns Menschen ist unübertroffen und grenzenlos. Einer dieser Todgeweihten bekannte, dass er ein Sünder ist und schuldig war und bat Jesus um Gnade. Und sein Retter vergab ihm und öffnete ihm die Tür zum Paradies. Das tut Jesus Christus heute noch, jeder darf zu ihm kommen. ♦ Dann kamen die drei Stunden der Finsternis, in denen unser Herr den schrecklich hohen Preis für dich und mich bezahlte. Auf ihm lastete das ganze Gericht Gottes über unsere Sünden, ja er wurde zur Sünde gemacht! Ein heiliger Gott fordert Gerechtigkeit und zeigt seine Liebe darin, dass er für uns seinen eigenen Sohn opfert, damit wir frei ausgehen können! Gegen 15 Uhr rief Jesus mit lauter Stimme: «Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist». Das grosse Erlösungswerk war vollbracht. ♦ Dann erfüllte Joseph von Arimathia eine Prophetie von Jesaja 53,9: Man hat sein Grab bei Gottlosen bestimmt; aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist.

Die Frauen haben genau gesehen, wohin der Leib Jesus gelegt wurde. Am dritten Tag (Sonntag) kamen sie sehr früh zum Grab und fanden den Stein weggerollt, für sie war dies beim Hinaufgehen nämlich noch ein ungelöstes Problem. Aber auch das andere Problem, der bewachenden Soldaten, , wurde zuvor schon gelöst: Nicht nur die Erde bebte gewaltig, auch die Soldaten, die unter dem Anblick eines Engels, der wie ein Blitz aussah, fast in die Hose gemacht hatten und wie tot umkippten (Mat. 28,4) Den Frühaufsteherinnen begegneten nun zwei Engel und die sie fragten: «Was sucht ihr den Lebendigen unter den Toten?» Sie erinnerten die Frauen, dass der Herr, dies ja alles vorausgesagt hatte. Als sie die Botschaft, das Jesus lebt, den Männer überbrachten, erging es ihnen zunächst wie vielen Evangelisten heute: Es wurde ihnen «als leeres Gerede» abgetan. Immerhin liefen zwei Jünger, unter ihnen Petrus, dann auch noch zum Grab. Allerdings kapierte dieser es noch nicht und um die Engel zu sehen, hätte er früher aufstehen müssen. Er lief dann einfach nach Hause. Später rügte der Herr die Jünger für ihre Herzenshärte und ihren Unglauben (Mark.16,14). ♦ Etwa 11 km von Jerusalem liegt Emmaus. Dorthin lief ein Paar, während sie unterwegs sich über die Ereignisse der letzten Tage unterhielten. Da gesellte sich zu ihnen ein «weiterer Wanderer». Sie erkannten aber nicht, dass es der Herr selber war. Er fragte sie, warum sie so betrübt seien. Sie waren aber nicht nur traurig, sondern auch verwirrt, weil sie das Geschehene mit Jesus nicht einordnen konnten. Da brachte der Herr ihnen Licht ins Dunkle, indem er ihnen im ganzen Alten Testament die Stellen erklärte, die von ihm redeten.  Bestimmt war da auch Jesaja 53 darunter! Welcher Christ wäre bei dieser Bibelschule nicht noch so gerne dabei gewesen! Als sie zuhause angekommen waren, tat Jesus, als wolle er weitergehen. Doch sie luden ihn zum Nachtessen ein und er folgte ihrer Bitte. Als er das Brot brach, mussten sie wohl die Wundmahle in seinen Händen gesehen haben, den nun fiel es ihnen wie Schuppen vor den Augen! Darauf wurde der Herr vor ihren Augen unsichtbar. Dieses Erlebnis hat sie aber so ergriffen, dass sie dies den andern in Jerusalem sofort mitteilen wollten. «Sofort» hiess, wieder 11 km zurückzulaufen. Zwar war der Groschen bei einigen freudig gefallen, als aber der Herr plötzlich in ihrer Mitte stand. meinten trotzdem noch einige, sie sähen einen Geist. Erst als er ihnen seine durchbohrten Hände und Füsse und seine Seite zeigte und noch vor ihnen ass, wahren alle überzeugt. «So stehts geschrieben» und damit sie dies auch verstehen konnten, eröffnete er ihnen das Verständnis für die Bibel. ♦ Dann wurde der Herr in den Himmel hinaufgetragen, wo er jetzt ist, sich für uns einsetzt, uns Wohnungen bereitet, bis er uns holen kommt. Was für ein gewaltiger, gnädiger Gott der Liebe, der für uns Mensch wurde, um uns zu erlösen!